Jaeger, Susanne & Jutta Möckel

Die Berichterstattung in der Frankfurter Rundschau über Jugoslawien nach dem Sturz von Slobodan Milosevic


 

Reihe

Diskussionsbeiträge

Schlagwörter
Umfang & Ausstattung 26 S.
Erschienen 08/2004
ISSN & Heft-No. 1611-1818_57
 


Abstract


Die vorliegende Studie, bei der stellvertretend für die deutsche Presse die Tagesberichterstattung der Frankfurter Rundschau zum Thema Jugoslawien im Zeitraum vom 6.10.2000 bis zum 15.3.2002 quantitativ untersucht wurde, versteht sich als eine Fortsetzung früherer Untersuchungen der Projektgruppe Friedensforschung zur Jugoslawienberichterstattung seit 1990. Da die vorangegangenen Studien zeigen, dass die deutsche Presse frühzeitig verschiedene Rollen und Identifikationsangebote mit den Akteuren auf dem Balkan konstruiert hatte und gerade von Serbien ein zunehmend eindimensionales Bild gezeichnet worden war, interessiert in der vorliegenden Studie, ob und in welcher Weise die deutsche Presse nach dem jugoslawischen Regierungswechsel im Oktober 2000 auf die veränderte Situation in Jugoslawien reagiert hat. Ergeben sich z.B. Hinweise auf ein Dekonstruieren des Feindbildes „Serbien“? (Wie) werden Prozesse der Demokratisierung von der Presse wahrgenommen? Wie werden die jugoslawischen, wie die internationalen Akteure dargestellt? Die Studie zeigt, dass die Frankfurter Rundschau vor allem unmittelbar nach dem Sturz von Slobodan Miloševiæ regen Anteil an den Entwicklungen in Jugoslawien nahm und die Berichterstattung gerade über Serbien deutlich vielseitiger geworden ist. Mit vollzogener Auslieferung von Miloševiæ an das Internationale Kriegsverbrechertribunal in Den Haag verschwindet das Thema Jugoslawien jedoch zunehmend aus dem Blickfeld, wobei die Prognosen für die Region anhaltend pessimistisch bleiben.


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